Meine erste Woche nepalesisches Familienleben geht heut zu Ende. Es war eine tolle Woche. Meine Familie besteht aus Santa (Mamu), Saurosh (Baba), Samantha (Nanu) und Saurub, der jedoch selten da ist, da er grad fuer seine Bachelorpruefung lernt.
Wir leben in einem Haus noerdlich des T.U.T.H. und noch noerdlicher vom Touridistrikt Thamel. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie es mich anstrengt, in Thamel zu wohnen, doch jetzt merke ich, wie mich schon wenige Stunden dort furchtbar nerven und missmutig stimmen. Das Angequatschtwerden, der dichte Verkehr, der Staub, die peinlichen Touris…. Es hat natuerlich auch gute Seiten: viele nette Cafes, Restaurants, Shoppingmoeglichkeiten…. Hier oben in Basundhara herum zu laufen, ist jedenfalls viel entspannter. Und auch hier gibt es viele Menschen auf der Strasse und Shopping und Cafes nur alles ohne Touris und nicht fuer Touris gemacht. In dem Café, in dem ich mich oft hinsetze um einen supersuessen Milchtee “chiyaa” zu trinken, treten den Jungs mittlerweile keine Schweisperlen mehr auf die Stirn, wenn ich den Laden betrete. Sie sprechen naemlich kaum Englisch, mittlerweile hab ich gelernt, auf Nepali zu bestellen.
Heute war bei uns Familienfeier angesagt. Saurosh’s maennlicher Familienanhang trifft sich alle zwei Monate und dann wird gekocht (die Frauen), geschwatzt, gegessen und Whiskey (fuer die Maenner plus Claudi) und Rotwein (fuer die Frauen) getrunken. Klingt, glaub ich, grad alles viel machistischer als es am Ende ablaeuft. Ich fand’s total nett, gemeinsam auf dem Kuechenboden zu sitzen und massenhaft Gemuese zu schnippeln. Die Maenner steckten immer wieder die Koepfe herein und schnappelten Rettisch, Gurken etc. Ich muss mir einige der “Nachmittagssnacks” von heute unbedingt nochmal zeigen lassen. Unglaublich, was die Nepali aus Gemuese rausholen, selbst fuer mich eingefleischten Vegetarier. Fotos beim naechsten Mal.
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