Heute kehre ich dem Krankenhaus also ersteinmal fuer ein paar Tage den Ruecken, um ein wenig das wunderschoene Nepal zu bereisen.
Die letzten beiden Tage waren spannend. Die OP des "Falxmeningeoms" (ein gutartiger Tumor, der im vorderen, oberen Teil des Gehirns waechst, mein Schatz) verlief gut, und dem Patienten geht's gut, obwohl ich tatsaechlich assistiert habe. Fuer den kritischen Part kam aber der Consultant dazu.
Heute war O.P.D., quasi Sprechstundenzeit mit einem Neugeborenen mit einer Enzephalozele, die groesser als der Kopf des Babys war, ein Mann mit einem Guillain-Barre-Syndorm, ein Maedchen mit einem grossen parietalen Ependymom und viele mehr.
Das Maechen hat wegen der nur in einem privaten Krankenhaus Kathmandus erhaeltlichen und teuren Strahlentherapie leider sehr schlechte Karten. Sie hatte bereits eine OP, das post-OP MRI zeigte aber wieder eine riesigem blumkohlartigen (das steht tatsaechlich nicht nur in den Buechern so) Tumor. Dies ist nur eines der taeglichen Beispiele dafuer, wie grausam es ist, wenn wie in Nepal, Geld ueber Leben entscheidet. Vorgestern ist ein Patient verstorben, der zugegeben eh keine gute Chancen hatte, weil sich die Familie nicht leisten konnte, die Medikamente fuer die Wiederbelebung und vorallem das sich daran anschliessende ICU-Bett weiter zu bezahlen. Ich find in solchen Momenten den Vergleich mit daheim, wo so haeufig fast schon zu viel getan wird, um jeden Patienten am Leben zu erhalten, unglaublich frappierend.
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