Donnerstag, 12. November 2009

Dem letzten Tag entgegen

Es fuehlt sich komisch, weil so gar nicht hektisch an, heute ist mein letzter Tag in Kathmandu. Souvenirs und Geschenke sind fast alle gekauft, Papierkram erledigt. Ich kann dem Tag gelassen entgegenschauen und frage mich, was ich heut noch machen werde. Bei 12 Grad ohne Sonnenschein macht der "Garden of Dreams", den ich immer noch nicht besucht habe, wahrscheinlich auch keinen Spass. Heute Abend werde ich nochmal durch Thamel streifen, und um 19Uhr Abschiedsessen gehen im "Yak Cafe". Verrueckt wie schnell die Zeit verging. Ich habe das Gefuehl, ich waere viel laenger hier gewesen als nur 8 Wochen.

Gestern Abend habe ich mit der Mamu zusammen Momos gemacht...bei Kerzenschein, weil der Strom mal wieder abgestellt wurde. Es war super nett und im Anschluss so super lecker. Ich glaube, ich werde alsbald nach Heimkehr in Berlin eine Momoparty machen. Es hat mich an die Erzaehlungen meines Vaters von den Pelmeni-Parties seiner Studienzeit erinnert. Ueberhaupt ist es spannend, wie sich russische Pelmenis, chinesische Dumplings und tibetische (jetzt nepalesische) Momos aehneln und unterscheiden: alle drei sind gefuellte Teigtaschen, die gedampft oder gekocht werden, die Fuellungen aber koennten nicht unterschiedlicher sein.

Der Pauli befindet sich waehrend ich mich das letzte Mal auf den Weg ins Krankenhaus mache in der Luft, im Flieger nach Singapur. Ich druecke die Daumen und hoffe, dass wir beide uns gesund in Perth Airport wiedersehen.

Der naechste Eintrag dann aus Perth...

Mittwoch, 4. November 2009

Von hohen Bergen, betrunkenen Nepalis und verrueckten Aerzten

Ich bin in Pokhara und sitze in der Strandpromenade der offiziellen "Tourist Area" (wie furchtbar) im Internetcafe.
Mein Ausflug begann am Samstag als ich meine "Nepalese sister" in Gorkha besuchte. Samatha arbeitet dort seit ein paar Wochen im Distrikt Hospital, ein superkleines aber recht schickes Krankenhaus mit 15!! Betten. Gorkha hat einen ebenfalls kleinen aber sehr Geschichts-traechtigen "Durbar Square" (eine Ansammlung hinduistischer Tempel). Um diesen zu erkunden muss man 1500!!!! Stufen steigen, die im Zentrum Gorkhas ihren Ursprung nehmen. Ich war vorgewarnt, deswegen extra frueh losgefahren, brauchte dann aber nicht einmal eine halbe Stunde, um oben anzulangen und begruesste die einzigen beiden Touristen ausser mir, zwei Daenen, mit einem "these were not 1500steps". Beim Abstieg nahm ich die Muehe auf mich, zu zaehlen und siehe da, es waren tatsaechlich 1500 Stufen. Bin doch noch kein Wackelpudding.

Am naechsten Morgen machte ich mich auf ins 50km entfernte Dumre. Gluecklicher Weise ist es wie schon in Unganda auch hier kein Problem den richtigen Bus zu erwischen, da man als offensichtlicher Auslaender in der Regel sehr frueh abgefangen wird. In Dumre ereignete sich ein etwas denkwuerdiger Zwischenfall: Ein 50-jaehriger Nepali, den ich im Bus kennengelernt und der offensichtlich ein Alkoholproblem hatte, war nachdem er herausgefunden hatte, dass ich mit 26 weder verheiratet bin noch Kinder habe, sehr fest davon ueberzeugt, ich wuerde mit ihm auf ein Hotelzimmer gehen. Die Nepalis haben zum Teil ein wirklich sehr schraeges Bild von europaeischen Frauen, besonders, wenn sie allein reisen. Das kommt sicherlich zum Teil von den billigen Hollywood-Filmen, die auf den hiesigen englisch-sprachigen Sendern laufen und natuerlich von entsprechenden Touris.

Um 14Uhr kam endlich der angekuendigte "Jeep", der dann doch ein ziemlich grosser Bus war, der mich ins Krankenhaus in Amppipal bringen sollte. Zunaechst war ich begeistert, dass der Fahrer einmal nicht erst zarte 20 Jahre alt war, doch nach kurzer Zeit stellte sich heraus warum. Mit diesem "ziemlich grossen Bus" naemlich ging es eine "Strasse" hinauf, die eher sich windenden Graeben aehnelte. Ich weiss bis heute nicht wie der Fahrer es schaffte, den Bus nach Amppipal zu bringen, ohne dass dieser umkippte. Ich dachte waehrend der 3 Stunden!!!!! dauernden Schleudertour jedenfalls endlos darueber nach, ob es wohl besser waere, auf meine Seite oder auf die andere Seite umzukippen, wie ich meinen Rucksack retten koenne und ob der deutsche Arzt in Amppipal wohl ein guter Unfallchirurg sei. Gegen 17Uhr aber konnte ich mit schlotternden Knien, bis auf die blauen Flecken vom Herumschleudern ganz heil, dem Bus entsteigen und in der Daemmerung dem Krankenhaus entgegen eilen.

Amppipal ist unglaublich schick, ein mini-kleines Doerflein mit Wahnsinnslage an einem Berghang und einem Blick auf die herumliegenden "prabal" (Berge ohne Schnee) und "himal" (Berge mit Schnee) zum Niederknien.
Der einzige!!! Arzt Amppipals ist ein deutscher Unfallchirurg (tatsaechlich), der seit 6,5 Jahren das Krankenhaus ehrenamtlich betreut. Und es kommt natuerlich Gott und die Welt: Frauen zum Gebaehren (gluecklicher Weise werden's immer mehr), Kinder mit Bronchitis, Kinder mit Verbrennungen, Frauen mit Depressionen, Maenner mit Rueckenschmerzen, Maenner mit zu grosser Prostata, Kinder mit Zahnschmerzen.... Der Wahnsinn!! Und Dr.Starke der wohl jaehzornigste Mensch, der mir jemals untergekommen ist, behandelt sie alle. Moeglich wird das durch ein gutes Team an Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Medicals Assistants, durch Spenden von Nepalmed & Co. und nicht zuletzt durch riesiges Engagement und grossen Fleiss von Dr.Starke, der mit knapp 60 nochmal anfing, sich in die Pediatrie, Gynaekologie etc.einzulesen und Nepalesisch zu lernen. Der Tagesablauf: 7.45Uhr Visite, gegen 9.00hr OP, zwischen den OPs O.P.D.(Sprechstunde), nach den OPs weiter O.P.D. bis 17-18Uhr. Jede Nacht "Rufbereitschaft" und samstags erst nach der Morgenvisite frei. Einmal im Jahr Urlaub, um nach Deutschland zu fliegen. Das Ganze im Alter von 64. Wenn das nicht Hingabe ist?!?

Nach zwei Tagen Amppipal musste ich mich heute frueh verabschieden. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, die schlimmste Strecke des Weges herunter zu wandern, doch dann stand der gepackte Jeep mit angelassenem Motor auf dem Weg. In dem war die "Grabenstrecke" deutlich besser zu bewaeltigen.

Die Strecke von Dumre nach Pokhara war unspektakulaer, genauso wie Pokhara selbst wie ich auf den ersten Einduck finde. Viele Touris und Tourifaenger. Ich werde mich jetzt auf den Weg zu meinem Yoga Retreat machen und mich die kommenden drei Tage dort verkruemeln, vielleicht ja zur inneren Mitte finden:)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Letzter Tag.... erstmal

Heute kehre ich dem Krankenhaus also ersteinmal fuer ein paar Tage den Ruecken, um ein wenig das wunderschoene Nepal zu bereisen.
Die letzten beiden Tage waren spannend. Die OP des "Falxmeningeoms" (ein gutartiger Tumor, der im vorderen, oberen Teil des Gehirns waechst, mein Schatz) verlief gut, und dem Patienten geht's gut, obwohl ich tatsaechlich assistiert habe. Fuer den kritischen Part kam aber der Consultant dazu.
Heute war O.P.D., quasi Sprechstundenzeit mit einem Neugeborenen mit einer Enzephalozele, die groesser als der Kopf des Babys war, ein Mann mit einem Guillain-Barre-Syndorm, ein Maedchen mit einem grossen parietalen Ependymom und viele mehr.
Das Maechen hat wegen der nur in einem privaten Krankenhaus Kathmandus erhaeltlichen und teuren Strahlentherapie leider sehr schlechte Karten. Sie hatte bereits eine OP, das post-OP MRI zeigte aber wieder eine riesigem blumkohlartigen (das steht tatsaechlich nicht nur in den Buechern so) Tumor. Dies ist nur eines der taeglichen Beispiele dafuer, wie grausam es ist, wenn wie in Nepal, Geld ueber Leben entscheidet. Vorgestern ist ein Patient verstorben, der zugegeben eh keine gute Chancen hatte, weil sich die Familie nicht leisten konnte, die Medikamente fuer die Wiederbelebung und vorallem das sich daran anschliessende ICU-Bett weiter zu bezahlen. Ich find in solchen Momenten den Vergleich mit daheim, wo so haeufig fast schon zu viel getan wird, um jeden Patienten am Leben zu erhalten, unglaublich frappierend.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Kurzer Eintrag bevor der Strom ausgeht

....ja, heute ist es, glaub ich, 19.00Uhr so weit, dass der Strom in unserem Viertel fuer 2,5 Stunden abgeschlatet wird. Es gibt einen festen Plan, der in der Zeitung veroeffentlicht wird. Dort kann man nachschauen, wann an welchem Wochentag in welchem Bezirk diesen Monat das "light off" geht, wie es meine Familie nennt.

In den letzten Tagen streife ich wie ganz zu Beginn wieder durch Kathmandu, besichtige Tempel und geh shoppen. Heute war ich nochmal beim "Monkeytempel", Swayambunath. Da ist's zu schoen, und wohl die einzige Stelle Katmandus, von der man "himal", Schnee-bedeckte Berge sehen kann.
Morgen werde ich den groessten hinduistischen Tempel Nepals Pashupatinath anschauen fahren, von woher staendig Rauch aufsteigt, wegen der direkt vor dem Tempel stattfindenden traditionellen Feuerbestattungen, die einige besch... Touris, von denen es hier wieder viel zu viele gibt, auch noch kraeftig Fotos machen.

Ich hab mir so ein straffes Touriprogramm gesetzt, weil trauriger Weise meine Zeit hier sich dem Ende neigt. Kommende Woche werde ich mir eine Woche Urlaub goennen, und in den letzten Tagen wird es genug zu erledigen geben, inklusive der ueberfaelligen Momo-Party mit meiner Familie, auf die ich mich schon sehr freue.

Im Krankenhaus, derzeit auf der Neurochirurgie, bleibt es weiterhin spannend. Heute gab's eine Lehrvisite der neurologischen und neurochirugischen Unit. Dadurch lernte ich zufaellig den Vizechef der medizinischen Fakultaet kennenlernte, der drei Jahre seiner Facharztausbildung in Frankfurt verbracht hat. Ich konnte von ihm sehr interessante Fakten ueber die Japanische Enzephalitis und Malaria in Nepal erfahren und wurde im Anschluss auch noch zum Lunch eingeladen.
Morgen steht grosse OP mit Exzision eines Falxmeningeoms an, und der Resident hat mir heut Angst gemacht, indem er meinte, es koennen gut sein, dass unser Consultant morgen keine Lust hat, und ich ihm assistieren muss. Ich wuerde meine erste Hirntumor-OP lieber mit einem Meter Abstand beobachten.

So, Licht ist noch an. Ich werde mich jetzt aber doch mal nach Hause begeben, und der Mamu meine vorhin erstandenen Gemuese ueberreichen. Vielleicht kocht sie die ja gleich noch heute Abend.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Back again in Kathmandu

After four weeks of being fortunate to have gotten around the big variety of health threats, a rhino-virus finally grabbed me and holds me tight. Definitely preferring this one to a bad diarrhea-bacteria I still consider myself strangely unfortunate to have caught a cold with 25 degrees Celsius average temperature in Kathmandu. On the other hand maybe not so much remembering my last cold had its start on the officially hottest day of the year in Berlin.

Unser Wochenendeausflug war natuerlich dennoch eine gute Idee. Und es war toll mal wieder zu wandern, auch wenn der Hals schon ordentlich kratzte. Von der Dachterrasse in Panauti Hotel konnten wir am Sonntag Abend wunderbar das erleuchtete Panauti sehen, denn es war Tihaar, nach Dashain das zweitgroesste Festival in Nepal, auch Lichterfest genannt.
Am ersten Tag wird die Kraehe geehrt, denn die Kraehe bringt Nachrichten des Todes. Am zweiten Tag wird der Hund geehrt, denn er ist ein anderer Bote des Todes. Hunden werden Girlanden aus Marygold um den Hals gehaengt und Tikas auf die Stirn gemalt. Am dritten Tag wird zunaechst die Kuh geehrt, aehnlich wie der Hund und abends wird die Goettin des Wohlstandes Lakshmi ins Haus geladen. Man putzt das Haus bis es blinkt, dekoriert es mit Blumen und Lichtern und malt eine Spur auf den Boden, typischer Weise mit Lehm, um der Goettin den Weg zu zeigen. Vor der Haustuer wird ein Muster mit herrlich leuchtendem Farbstaub gemalt, um die Goettin anzulocken. Dann wird wohl alles Geld im Hause auf einen Tisch gepackt und gehofft, die Goettin wuerde es vermehren. Am letzten Tag gehen die nepalesischen Brueder ihre Schwestern besuchen, empfangen eine siebenfarbige Tika und jede Menge nettes Essen, muessen dafuer aber Geschenke bringen. Die typisch nepalesischen aus Milch und Zucker gemachten Suessigkeiten sind waehrend des gesamten Festivals essentiell und so verwandelten sich Ende letzter Woche komplette Laede inclusive meines Lieblingscafes in Suessigkeitenlaeden.
Ausserdem sind Knaller, Raketen etc. besonders an den letzten zwei Tagen des Festivals schwer im Trend. Das Problem ist nur, dass hier das ganze Billigzeug aus China gekauft wird, von dem 50% eh nicht explodiert. Dazu kommt, dass eigentlich nur Kinder, unbeaufsichtigte Kinder mit dem Knallzeug spielen. Gefaehrliche Mischung, wie man sich vorstellen kann und ich bin froh, dass ich hier grad nicht auf der Paediatrie arbeite. Ich hab genug schlimme Stories gehoert in den letzten Tagen.

Leider habe ich weiterhin arge Probleme mit meiner Kamera und kann deshalb keine Fotos hochladen. Ich hab das Gefuehl, es koennte am Kabel liegen. Vielleicht kann ich das Problem also bald loesen.

Samstag, 10. Oktober 2009

Living in family

Meine erste Woche nepalesisches Familienleben geht heut zu Ende. Es war eine tolle Woche. Meine Familie besteht aus Santa (Mamu), Saurosh (Baba), Samantha (Nanu) und Saurub, der jedoch selten da ist, da er grad fuer seine Bachelorpruefung lernt.
Wir leben in einem Haus noerdlich des T.U.T.H. und noch noerdlicher vom Touridistrikt Thamel. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie es mich anstrengt, in Thamel zu wohnen, doch jetzt merke ich, wie mich schon wenige Stunden dort furchtbar nerven und missmutig stimmen. Das Angequatschtwerden, der dichte Verkehr, der Staub, die peinlichen Touris…. Es hat natuerlich auch gute Seiten: viele nette Cafes, Restaurants, Shoppingmoeglichkeiten…. Hier oben in Basundhara herum zu laufen, ist jedenfalls viel entspannter. Und auch hier gibt es viele Menschen auf der Strasse und Shopping und Cafes nur alles ohne Touris und nicht fuer Touris gemacht. In dem Café, in dem ich mich oft hinsetze um einen supersuessen Milchtee “chiyaa” zu trinken, treten den Jungs mittlerweile keine Schweisperlen mehr auf die Stirn, wenn ich den Laden betrete. Sie sprechen naemlich kaum Englisch, mittlerweile hab ich gelernt, auf Nepali zu bestellen.
Heute war bei uns Familienfeier angesagt. Saurosh’s maennlicher Familienanhang trifft sich alle zwei Monate und dann wird gekocht (die Frauen), geschwatzt, gegessen und Whiskey (fuer die Maenner plus Claudi) und Rotwein (fuer die Frauen) getrunken. Klingt, glaub ich, grad alles viel machistischer als es am Ende ablaeuft. Ich fand’s total nett, gemeinsam auf dem Kuechenboden zu sitzen und massenhaft Gemuese zu schnippeln. Die Maenner steckten immer wieder die Koepfe herein und schnappelten Rettisch, Gurken etc. Ich muss mir einige der “Nachmittagssnacks” von heute unbedingt nochmal zeigen lassen. Unglaublich, was die Nepali aus Gemuese rausholen, selbst fuer mich eingefleischten Vegetarier. Fotos beim naechsten Mal.

Samstag, 3. Oktober 2009

Rund um Dashain Teil II




































Wir verbrachten drei Naechte in dem wunderschoen an einem reissenden Fluss gelegenen "New Family Guest House". Am ersten Tag marschierten wir ein paar kurze drei Kilometer rauf nach Kodari, einem unspektakulaeren Ort, direkt an der tibetischen Grenze. Dort postierten wir uns auf der "Friendship Bridge", Auge in Auge mit chinesischen Soldaten an einer dicken roten Linie in der Mitte der Bruecke. Fotos waren leider strengstens untersagt, ein Bild von weit weg, auf dem die graue Freundschaftsbruecke gut zu erkennen ist, findet ihr oben.

Am kommenden Tag machten wir uns auf den Weg zum atemberaubenden 160m-Bungee Jump im "Last Resort". Nach 12km teilweise steilsten Krackselns bei sengender Sonne war im "Last Resort" jedoch alles dicht wegen Dashain. Dafuer gab's ein leckeres dem europaeischen Touri sehr mundendes Sandwich, und der Blick von der Bruecke, von der die Jumper sich herunterstuerzen war fuer mich persoenlich voellig ausreichend.

Am Dienstag, den 30.09. mussten wir uns dann wieder auf den Heimweg machen. Wir waren schlau genug, die Menschenmassen, die nach den Haupttagen des Festivals zurueck nach Kathmandu stuermen wuerden, zu antizipieren und nahmen den Bus um 6.45Uhr. Doch auch das half nix, Fruehaufsteher wie die Nepali nun mal sind und ungeachtet der Tatsache, dass der Bus ja auch erst in Kodari losgefahren sein konnte, gab es schon keine Sitzplaetze mehr. Ich hatte grosses Glueck, ein netter Nepali erkundigte sich, wie weit wir fahren wuerden und als er hoerte bis Kathmandu, ueberreichte er mir das Maedchen, was auf seinem Schoss sass, und ueberliess mir den Platz. Ich fand mich neben einer kraeftigen tibetisch anmutenden Nepalesin und ihrer ein wenig Englisch sprechenden suessen Tochter wieder. Auf der sechsstuendigen Busfahrt kam ausserdem noch ein kleiner Junge in unseren Zweiersitz. Ja ouch!!!

Ein anderer Zwischenfall auf der Reise zeigt, wie ich finde, wunderbar die freundliche Art der Nepalesen: Ein anderer Junge hatte nach den ersten 35km seine zum Fruehstueck verputzten Instantnudeln ueber drei Reihen des Busses erbrochen. Am Anfang waren ein paar Leute darueber veraergert, uebrigens nicht der junge buddhistische Moench, der direkt vor mir stand. Im Laufe von Minuten jedoch wurde ueber den Zwischenfall nur noch Witze gerissen und herzlich gelacht. Bei einem Stop kippte jemand zwei Ladungen Sand auf das Erbrochene und wir fuhren geruchsfrei weiter. So sind sie die Nepali.

Jetzt noch zu den Bildern, mit denen es diesmal hoffentlich klappen wird (auf jeden Fall ein bisschen durcheinander):
1. Die tibetische Grenze bei Kodari mit "Friendship Bridge".
2. Ein Blick nach vorn vom Busdach auf der Fahrt von Dhulikel nach Barabise.
3. Eine lustige alte Frau, der wir auf der Strecke von Nagarkot nach Nala ueber den Weg liefen, und die sich von mir fotografieren liess bei der typisch nepalesischen Art schwere Lasten zu tragen.
4. Daneben ebenfalls auf dem Weg nach Nala, Kinder, die sich unbedingt fotografieren lassen wollten, wenn's schon keine Schokolade gab.
5. Unsere kleine Reisegruppe: Ole, Sandra, Sarah.
6. Das Wolkenmeer ueber dem Nala-Tal vom Balkon des Green Valley Guest Houses.
7. Huegel mit Reisterrassen auf dem Weg nach Nala. Toll, oder?!?

Freitag, 2. Oktober 2009

Rund um Dashain Part I

Ich kann die Photos aus einem mir unerfindlichen Grund nicht reinstellen. Versuch' gleich noch mal separat.

Ja, es war einfach nur geil: die herrliche Luft der Berge, die Abgeschiedenheit und so weiter (das Essen haette noch deutliche Verbesserungsmoeglichkeiten gehabt).

Aber von vorn: zuerst war ja da die OT Party am Donnerstag Nachmittag....Nachmittag: 13Uhr, ohne Alkohol im OP-Trakt. Bitte diese Daten im Auge behalten. Es wurde naemlich ne richtig fette Party mit lecker Nepali-Essen, jeder Menge Chirurgen, OP-Assistentinnen und Abgehotte. Der Chef der Chirurgie war dabei der hartnaeckigste Taenzer, der auch sofort klar machte, dass Ole und ich den Raum nicht verlassen wuerden, ohne wenigstens einmal mit ihm getanzt zu haben. Kaum war mein Teller leer und der Bauch platzend voll, konnte ich mich auch schon tatsaechlich nicht mehr wehren und fand mich in der Mitte des Raumes tanzend mit dem Chef wieder. Zu nepalesischer Musik versteht sich. Er wild gestikulierend. Alle Anderen lachend tarren. Kann man sich ja vielleicht vorstellen wie ich mich da fuehlte.

Im Anschluss dann nach Bhaktapur im hoffnungslos vollen Bus.....und oh auf dem Weg noch einen netten Nepali kennengelernt, der auf den Malediven im Hotel arbeitet. Sowas hoert man hier so oft. Von dort mit ein paar Brocken Nepali: “Nagarkotmaa jaane, “bus stop” kaahaa chhaa?” (dem Kauderwelsch sei Dank) den Bus zum Etappenziel Nagarkot gefunden. Da fuhren wir dann auf dem Dach mit mit ein paar uebermuetigen Nepali, die teilweise nicht mal eine Jacke dabei hatten, und es wurde kalt, denn es ging.....bergauf.
In Nagarkot angekommen war es schon fast dunkel, wir trafen auf Sarah aus Berlin und Sandra aus Hamburg und checkten alle im “Green Valley” ein. Super Hotel. Der Besitzer ist Buddhist und zuendete morgens und abends sehr starke Raeucherstaebchen an und sang buddhistische Gebete, was eine super entspannte Atmosphaere schaffte. Den so gepriesenen Sonnenaufgang konnten wir dank der Wolke, in der wir hingen, leider nicht sehen, dafuer aber das Wolkenmeer unter uns (siehe Photo).
Gegen Mittag nach viel Nepali Tea per Fuss weiter Richtung Nala. Zunaechst bergauf bis zum "Watch Tower" auf dem man mich oben von ein paar netten Indern umgeben sieht, dann nach Banepa und zuletzt per Bus rauf nach Dhulikel, wo wir in einem urfamiliaeren Guest House als einzige Gaeste unterkamen.

Nach einem tollen Morgen auf der Dachterrasse frueh weiter nach Barabise, wieder auf dem Dach, die Sonne zauberte mir wunderbar rote Wangen. In Barabise erfuhren wir, dass es wegen Dashain wohl keinen Bus mehr nach Tatopani geben wuerde. So wenig einladend war Barabise, dass wir uns zu Fuss auf den dreissig Kilometer Weg machten. Gluecklicher Weise kam so ungefaehr nach zehn Minute ein kleiner Lastwagen vorbei, bei dem wir auf die Ladeflaeche aufspringen durften. Die Strasse war abentuerlich, manchmal geteert, groesstenteils nicht und fuehrte ueber Wasserfaelle……ja ueber Wasserfaelle, Geroell und aehnliches hinueber. Am Ende kamen wir aber dennoch oben an.

Und hier endet Teil eins.

Montag, 21. September 2009

Part IV - First Day at T.U.T.H.














Heute erster Tag im Krankenhaus, wenn auch nicht sehr lang, wegen des anstehenden Dansai-Festivals sind hier alle in Feier-Laune. Werde doch dann auch gleich Ende der Woche mal fuenf Tage freihaben. Hm, hier bleiben und Festivalstimmung aufsaugen oder doch lieber ein bissl Natur...

Zu den Bildern:
1. Haus in Paknajol.
2. Konfuzius in minikleiner Seitenstrasse.
3. Minikopie des monkey temple Swayambhunath.
4. Eine der Hauptstrassen Thamels wird geteert: Stau, Hitze, Gestank.

Samstag, 19. September 2009

Part III - Kathmandu















Ich hab den Tag damit verbracht, auf Entdeckungstour in Kathmandu zu gehen. Dubar Sqare, von dem einige der Bilder zeugen, ist sowas wie der zentrale Treffpunkt fuer Nepalis und Touriparadies. Es ist toll auf den Stufen einer der Tempel zu sitzen und einfach nur hinunter zu schauen auf die Menge an Menschen, die sich dort tummeln (ich glaub, ich tat das tatsaechlich eine ganze Stunde lang). Schoen und typisch ist dabei, dass es eine Mischung ist aus Auslaendern und Nepalis, die nicht nur rumlungern um zu betteln (gibt’s natuerlich auch) sondern auch aus eigenen Interessen herumwuseln.
Ueberhaupt sind die Leute, soweit ich es bisher beurteilen kann, viel weniger aufdringlich als in den afrikanischen Laendern, die ich bisher besucht habe. Zwar wird man manchmal angesprochen, bisher hat sich aber noch niemand penetrant aufgedraengt, und ich hatte noch keine Schar Kinder hinter mir herdackeln. Als ich mich kurz mit drei vielleicht 9-jaehrigen Maedchen auf der Strasse unterhielt, und sie mich fragten „What is your name?“ bekam ich doch glatt zur Antwort „Like the sky.“. Normaler Weise muss ich ja immer diesen Spruch bringen.
Um das Essen (auf dem Bild Momos) zu kommentieren, verweise ich ohne Weiteres auf die Adresse des Blogs: I’m in heaven.

Noch kurz zu den Bildern: wenn die Reihenfolge (hoffentlich) stimmt, dann
1. World Peace Fountain „May peace prevail on earth“ in monkey palace.
2. Buddhastatuen, die den Fuss der Treppe zum monkey palace schmuecken.
3. besagte Momos, bischen scharf, aber kamen liebenswerter Weise ja mit nem Glas Wasser.
4. Drachensteigen auf Durbar square. Ist hier ein beliebtes Hobby und sieht irrsinnig professionell aus. Sein Drachen flog so hoch, dass ich ihn ohne Brille kaum sehen konnte.
5. Frau, die sich auf den Stufen einer der Palaeste in Durbar square grad schoen macht. 6. Tempel, der einfach zwischen andere Haeuser einer der grossen Strassen gequetscht stand.





Freitag, 18. September 2009

Part II: The Ganesh Himal Hotel

In front of a free internet-connected computer in my home for the upcoming days.
Oh man, war das ein Trip. Da mich einer der drei!!! Maenner, die mich abholten, fragte, wie lang ich denn unterwegs gewesen waere, und ich zaehlen musste: 21 Stunden. (Ja okay, das toppen wir auch noch auf dem Rueckweg von Australien.)
Der Empfang wie oben schon angedeutet umso herzlicher. Die Berge am Horizont landeten wir im dann doch recht heissen Kathmandu. Ich wurde von den drei Maennern abgeholt, und da diese halbe Karawane natuerlich nicht nur fuer mich gekommen war, fand ich mich sehr bald inmitten mehrerer derart beschaeftigter Maenner beim Trinken eines irgendwie ekelhaft suessen auf der irgendwie aber auch sehr leckeren Kaffees wieder, um auf die anderen Passagiere zu warten.
Hab schon allein in der ersten Stunde in KTM sehr viel erfahren: wer den roten Punkt zwischen den Augen traegt, dass der nepalesische Premier praktischer Weise auch gleich "Nepal" heisst, dass in den kommenden Tagen und Wochen hier zahlreiche Festivals stattfinden werden mit Opferzeremonien und allem, dass Autos verschiedenfarbige Nummernschilder haben, je nachdem, wer drinnen sitzt und wozu das Gefaehrt gebraucht wird; Privatautos haben ein rotes Nummernschild mit weisser Schrift, Taxen weiss auf schwarz, Beamte schwarz auf weiss und Politiker halb blau, halb rot mit weisser Schrift. Ausserdem habe ich einen echten KTM-Don kennengelernt, den ich gern anrufen darf, wenn es um harte Geschaefte gehen sollte.
Jetzt gehe ich gleich noch aus zu live-Musik, Pool und drinks....

Donnerstag, 17. September 2009

Part I Delhi Airport

Ja, bis hierhin hab ich`s schon geschafft. Wie schnell ein 8 stuendiger Flug doch vergeht, trotz mittelmaessigem Hollywood-Thrillers (selbst schuld, haett ich direkt ablehnen sollen, nachdem ich den Namen Ben Affleck gelesen hatte). Die aeltere indische Dame direkt neben mir, mit der ich mich von Zeit zu Zeit mit grossen Gesten verstaendigte, gab einen wunderbaren Eindruck in die Welt der kommenden Tage und Wochen. Durch mein vorbestelltes vegetarisches Essen wurde ich immer zuerst bedient, bekam das Tablett einzeln zum Tisch getragen und das Essen auf diesem Flug nach Indien war natuerlich einfach grossartig. Nie so gutes Flugzeugessen gehabt, obwohl der Paneer-Pot mit Curry und kleinen Muerbeteig-Pfannkuchen fuer nach deutscher Zeit um 1.00 Uhr eingenommenes Fruehstueck wahrscheinlich nicht jedermann's Sache waere.
Grad gab`s ein wenig Kuddelmuddel auf dem Delhi-Flughafen, da ich offensichtlich die Einzige im Flugzeug war, die lediglich fuer Transit hier gelandet ist. Dies fuehrte dazu, dass ich mich von drei indischen Aerzten umgeben wiederfand, die hier den "medical check" inklusive Waermekameras!!! am Flughafen durchfuehren. Schweinegrippe laesst gruessen.
Jetzt muss das Flugzeug nach Kathmandu noch durchhalten, dann ist`s erstmal geschafft.

Samstag, 12. September 2009

Countdown

ohoh, noch 5 Tage bis zum Abflug...

Dienstag, 1. September 2009

Mein Hotel in Kathmandu für die ersten Tage

http://www.ganeshhimal.com/index.html

Donnerstag, 20. August 2009

Wespenangriff zur Nachtschicht

Juhu, Ablenkung und Adrenalinthrill in meiner Nachtschicht. Ungefähr 20 Killerwespen haben es trotz Fliegengitters vor dem Fenster ins Arztzimmer geschafft. Auf einmal summte es nur noch so unter der Decke. Cloudy wurde gleich wacher, besonders als eines der netten Tierchen dann meinte, auf meinem Arm Platz nehmen zu müssen. Zunächst probierte ich es mit einer klebrig süßen Wespenfalle. Aber scheinbar kannten sie das schon und fielen nicht darauf rein. Großartiger Weise wurde mir nun aber eine Fliegenklatsche ins Zimmer gereicht, und die ist ja eine herrliche, absolut unterschätzte Waffe gegen solch fiese Brummer, wie ich mit den letzten 15 erfolgreichen Schlägen mitbekommn habe. Mit den im Vorfeld schon erlatschten Tieren, bleibt jetzt nur noch eine. Und die erwisch ich auch noch.

Verschärfter Nachtdienst

Heute im besonderen Einsatz. Um einen kleinwüchsigen Knaben auf sein STH hin zu überprüfen werde ich mir heute die komplette Nacht von 20 bis 8 Uhr morgens um die Ohren hauen, und alle 20 Minuten Blut abnehmen (natürlich aus liegendem Zugang). Ja, ich find's auch ein ganz schön heroisches Unterfangen. Zumal ich doch eher zu dem Typ Mensch gehöre, der nachts gern schläft. Nun gut, ich bin gespannt, wie ich diese Nacht so überstehe.
Als durchaus großzügigen Ausgleich hatte ich heute, am "heißesten Tag des Jahres" frei und konnte mit dem zufälliger Weise ebenfalls nicht arbeitenden Paul zum Heiligensee in Potsdam fahren und in der Sonne schmoren. Hat schon was, so'n See mit Palais. Außerdem recht sympathisch, der FKK-Bereich der Badestelle ist durch eine natürliche Hecke vom Rest der Badenden größtenteils optisch abgetrennt. Nur im Wasser sieht man dann die ein paar Meter weiter ins Wasser watenden Nudisten und weiter weg vom Ufer fragt man sich dann doch das ein oder andere Mal, ob der vorbeischwimmende Mann wohl grade Hosen trägt oder nicht.

Montag, 17. August 2009

Countdown

Jaja, der Countdown läuft, in einem Monat flieg ich ab. Im Köpfchen werden Listen geschrieben: was ist einzupacken, was ist einzukaufen, was ist vorher noch zu erledigen. Da ich meinen Kopf kenne, sollte ich eben diese Listen mal zu Papier bringen....

Dienstag, 11. August 2009

Okay, es geht in die heiße Vorbereitungsphase der anstehenden vier Monate Ausland. Dank lieber lieber Spender bin ich nun eine excellent ausgestattete Travelerin mit superschnell trocknendem Kleinroll-Handtuch, verschließbarem Thermobecher, superflexiblem Halstuch-, Mützen-, Haartuch-, Nieren-"Buff" und .... absolutem Clou .... superleichtem-kleinen Kuschelschlafsack. Kann ja nichts mehr schiefgehen. Die Unterkomm-Pläne für Kathmandu nehmen auch immer detailliertere Formen an. Aufregend!

Samstag, 28. Februar 2009

Nach rezidivierendem Ärger mit meinem alten blog, hier der Versuch eines neuen....