Es fuehlt sich komisch, weil so gar nicht hektisch an, heute ist mein letzter Tag in Kathmandu. Souvenirs und Geschenke sind fast alle gekauft, Papierkram erledigt. Ich kann dem Tag gelassen entgegenschauen und frage mich, was ich heut noch machen werde. Bei 12 Grad ohne Sonnenschein macht der "Garden of Dreams", den ich immer noch nicht besucht habe, wahrscheinlich auch keinen Spass. Heute Abend werde ich nochmal durch Thamel streifen, und um 19Uhr Abschiedsessen gehen im "Yak Cafe". Verrueckt wie schnell die Zeit verging. Ich habe das Gefuehl, ich waere viel laenger hier gewesen als nur 8 Wochen.
Gestern Abend habe ich mit der Mamu zusammen Momos gemacht...bei Kerzenschein, weil der Strom mal wieder abgestellt wurde. Es war super nett und im Anschluss so super lecker. Ich glaube, ich werde alsbald nach Heimkehr in Berlin eine Momoparty machen. Es hat mich an die Erzaehlungen meines Vaters von den Pelmeni-Parties seiner Studienzeit erinnert. Ueberhaupt ist es spannend, wie sich russische Pelmenis, chinesische Dumplings und tibetische (jetzt nepalesische) Momos aehneln und unterscheiden: alle drei sind gefuellte Teigtaschen, die gedampft oder gekocht werden, die Fuellungen aber koennten nicht unterschiedlicher sein.
Der Pauli befindet sich waehrend ich mich das letzte Mal auf den Weg ins Krankenhaus mache in der Luft, im Flieger nach Singapur. Ich druecke die Daumen und hoffe, dass wir beide uns gesund in Perth Airport wiedersehen.
Der naechste Eintrag dann aus Perth...
Donnerstag, 12. November 2009
Mittwoch, 4. November 2009
Von hohen Bergen, betrunkenen Nepalis und verrueckten Aerzten
Ich bin in Pokhara und sitze in der Strandpromenade der offiziellen "Tourist Area" (wie furchtbar) im Internetcafe.
Mein Ausflug begann am Samstag als ich meine "Nepalese sister" in Gorkha besuchte. Samatha arbeitet dort seit ein paar Wochen im Distrikt Hospital, ein superkleines aber recht schickes Krankenhaus mit 15!! Betten. Gorkha hat einen ebenfalls kleinen aber sehr Geschichts-traechtigen "Durbar Square" (eine Ansammlung hinduistischer Tempel). Um diesen zu erkunden muss man 1500!!!! Stufen steigen, die im Zentrum Gorkhas ihren Ursprung nehmen. Ich war vorgewarnt, deswegen extra frueh losgefahren, brauchte dann aber nicht einmal eine halbe Stunde, um oben anzulangen und begruesste die einzigen beiden Touristen ausser mir, zwei Daenen, mit einem "these were not 1500steps". Beim Abstieg nahm ich die Muehe auf mich, zu zaehlen und siehe da, es waren tatsaechlich 1500 Stufen. Bin doch noch kein Wackelpudding.
Am naechsten Morgen machte ich mich auf ins 50km entfernte Dumre. Gluecklicher Weise ist es wie schon in Unganda auch hier kein Problem den richtigen Bus zu erwischen, da man als offensichtlicher Auslaender in der Regel sehr frueh abgefangen wird. In Dumre ereignete sich ein etwas denkwuerdiger Zwischenfall: Ein 50-jaehriger Nepali, den ich im Bus kennengelernt und der offensichtlich ein Alkoholproblem hatte, war nachdem er herausgefunden hatte, dass ich mit 26 weder verheiratet bin noch Kinder habe, sehr fest davon ueberzeugt, ich wuerde mit ihm auf ein Hotelzimmer gehen. Die Nepalis haben zum Teil ein wirklich sehr schraeges Bild von europaeischen Frauen, besonders, wenn sie allein reisen. Das kommt sicherlich zum Teil von den billigen Hollywood-Filmen, die auf den hiesigen englisch-sprachigen Sendern laufen und natuerlich von entsprechenden Touris.
Um 14Uhr kam endlich der angekuendigte "Jeep", der dann doch ein ziemlich grosser Bus war, der mich ins Krankenhaus in Amppipal bringen sollte. Zunaechst war ich begeistert, dass der Fahrer einmal nicht erst zarte 20 Jahre alt war, doch nach kurzer Zeit stellte sich heraus warum. Mit diesem "ziemlich grossen Bus" naemlich ging es eine "Strasse" hinauf, die eher sich windenden Graeben aehnelte. Ich weiss bis heute nicht wie der Fahrer es schaffte, den Bus nach Amppipal zu bringen, ohne dass dieser umkippte. Ich dachte waehrend der 3 Stunden!!!!! dauernden Schleudertour jedenfalls endlos darueber nach, ob es wohl besser waere, auf meine Seite oder auf die andere Seite umzukippen, wie ich meinen Rucksack retten koenne und ob der deutsche Arzt in Amppipal wohl ein guter Unfallchirurg sei. Gegen 17Uhr aber konnte ich mit schlotternden Knien, bis auf die blauen Flecken vom Herumschleudern ganz heil, dem Bus entsteigen und in der Daemmerung dem Krankenhaus entgegen eilen.
Amppipal ist unglaublich schick, ein mini-kleines Doerflein mit Wahnsinnslage an einem Berghang und einem Blick auf die herumliegenden "prabal" (Berge ohne Schnee) und "himal" (Berge mit Schnee) zum Niederknien.
Der einzige!!! Arzt Amppipals ist ein deutscher Unfallchirurg (tatsaechlich), der seit 6,5 Jahren das Krankenhaus ehrenamtlich betreut. Und es kommt natuerlich Gott und die Welt: Frauen zum Gebaehren (gluecklicher Weise werden's immer mehr), Kinder mit Bronchitis, Kinder mit Verbrennungen, Frauen mit Depressionen, Maenner mit Rueckenschmerzen, Maenner mit zu grosser Prostata, Kinder mit Zahnschmerzen.... Der Wahnsinn!! Und Dr.Starke der wohl jaehzornigste Mensch, der mir jemals untergekommen ist, behandelt sie alle. Moeglich wird das durch ein gutes Team an Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Medicals Assistants, durch Spenden von Nepalmed & Co. und nicht zuletzt durch riesiges Engagement und grossen Fleiss von Dr.Starke, der mit knapp 60 nochmal anfing, sich in die Pediatrie, Gynaekologie etc.einzulesen und Nepalesisch zu lernen. Der Tagesablauf: 7.45Uhr Visite, gegen 9.00hr OP, zwischen den OPs O.P.D.(Sprechstunde), nach den OPs weiter O.P.D. bis 17-18Uhr. Jede Nacht "Rufbereitschaft" und samstags erst nach der Morgenvisite frei. Einmal im Jahr Urlaub, um nach Deutschland zu fliegen. Das Ganze im Alter von 64. Wenn das nicht Hingabe ist?!?
Nach zwei Tagen Amppipal musste ich mich heute frueh verabschieden. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, die schlimmste Strecke des Weges herunter zu wandern, doch dann stand der gepackte Jeep mit angelassenem Motor auf dem Weg. In dem war die "Grabenstrecke" deutlich besser zu bewaeltigen.
Die Strecke von Dumre nach Pokhara war unspektakulaer, genauso wie Pokhara selbst wie ich auf den ersten Einduck finde. Viele Touris und Tourifaenger. Ich werde mich jetzt auf den Weg zu meinem Yoga Retreat machen und mich die kommenden drei Tage dort verkruemeln, vielleicht ja zur inneren Mitte finden:)
Mein Ausflug begann am Samstag als ich meine "Nepalese sister" in Gorkha besuchte. Samatha arbeitet dort seit ein paar Wochen im Distrikt Hospital, ein superkleines aber recht schickes Krankenhaus mit 15!! Betten. Gorkha hat einen ebenfalls kleinen aber sehr Geschichts-traechtigen "Durbar Square" (eine Ansammlung hinduistischer Tempel). Um diesen zu erkunden muss man 1500!!!! Stufen steigen, die im Zentrum Gorkhas ihren Ursprung nehmen. Ich war vorgewarnt, deswegen extra frueh losgefahren, brauchte dann aber nicht einmal eine halbe Stunde, um oben anzulangen und begruesste die einzigen beiden Touristen ausser mir, zwei Daenen, mit einem "these were not 1500steps". Beim Abstieg nahm ich die Muehe auf mich, zu zaehlen und siehe da, es waren tatsaechlich 1500 Stufen. Bin doch noch kein Wackelpudding.
Am naechsten Morgen machte ich mich auf ins 50km entfernte Dumre. Gluecklicher Weise ist es wie schon in Unganda auch hier kein Problem den richtigen Bus zu erwischen, da man als offensichtlicher Auslaender in der Regel sehr frueh abgefangen wird. In Dumre ereignete sich ein etwas denkwuerdiger Zwischenfall: Ein 50-jaehriger Nepali, den ich im Bus kennengelernt und der offensichtlich ein Alkoholproblem hatte, war nachdem er herausgefunden hatte, dass ich mit 26 weder verheiratet bin noch Kinder habe, sehr fest davon ueberzeugt, ich wuerde mit ihm auf ein Hotelzimmer gehen. Die Nepalis haben zum Teil ein wirklich sehr schraeges Bild von europaeischen Frauen, besonders, wenn sie allein reisen. Das kommt sicherlich zum Teil von den billigen Hollywood-Filmen, die auf den hiesigen englisch-sprachigen Sendern laufen und natuerlich von entsprechenden Touris.
Um 14Uhr kam endlich der angekuendigte "Jeep", der dann doch ein ziemlich grosser Bus war, der mich ins Krankenhaus in Amppipal bringen sollte. Zunaechst war ich begeistert, dass der Fahrer einmal nicht erst zarte 20 Jahre alt war, doch nach kurzer Zeit stellte sich heraus warum. Mit diesem "ziemlich grossen Bus" naemlich ging es eine "Strasse" hinauf, die eher sich windenden Graeben aehnelte. Ich weiss bis heute nicht wie der Fahrer es schaffte, den Bus nach Amppipal zu bringen, ohne dass dieser umkippte. Ich dachte waehrend der 3 Stunden!!!!! dauernden Schleudertour jedenfalls endlos darueber nach, ob es wohl besser waere, auf meine Seite oder auf die andere Seite umzukippen, wie ich meinen Rucksack retten koenne und ob der deutsche Arzt in Amppipal wohl ein guter Unfallchirurg sei. Gegen 17Uhr aber konnte ich mit schlotternden Knien, bis auf die blauen Flecken vom Herumschleudern ganz heil, dem Bus entsteigen und in der Daemmerung dem Krankenhaus entgegen eilen.
Amppipal ist unglaublich schick, ein mini-kleines Doerflein mit Wahnsinnslage an einem Berghang und einem Blick auf die herumliegenden "prabal" (Berge ohne Schnee) und "himal" (Berge mit Schnee) zum Niederknien.
Der einzige!!! Arzt Amppipals ist ein deutscher Unfallchirurg (tatsaechlich), der seit 6,5 Jahren das Krankenhaus ehrenamtlich betreut. Und es kommt natuerlich Gott und die Welt: Frauen zum Gebaehren (gluecklicher Weise werden's immer mehr), Kinder mit Bronchitis, Kinder mit Verbrennungen, Frauen mit Depressionen, Maenner mit Rueckenschmerzen, Maenner mit zu grosser Prostata, Kinder mit Zahnschmerzen.... Der Wahnsinn!! Und Dr.Starke der wohl jaehzornigste Mensch, der mir jemals untergekommen ist, behandelt sie alle. Moeglich wird das durch ein gutes Team an Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Medicals Assistants, durch Spenden von Nepalmed & Co. und nicht zuletzt durch riesiges Engagement und grossen Fleiss von Dr.Starke, der mit knapp 60 nochmal anfing, sich in die Pediatrie, Gynaekologie etc.einzulesen und Nepalesisch zu lernen. Der Tagesablauf: 7.45Uhr Visite, gegen 9.00hr OP, zwischen den OPs O.P.D.(Sprechstunde), nach den OPs weiter O.P.D. bis 17-18Uhr. Jede Nacht "Rufbereitschaft" und samstags erst nach der Morgenvisite frei. Einmal im Jahr Urlaub, um nach Deutschland zu fliegen. Das Ganze im Alter von 64. Wenn das nicht Hingabe ist?!?
Nach zwei Tagen Amppipal musste ich mich heute frueh verabschieden. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, die schlimmste Strecke des Weges herunter zu wandern, doch dann stand der gepackte Jeep mit angelassenem Motor auf dem Weg. In dem war die "Grabenstrecke" deutlich besser zu bewaeltigen.
Die Strecke von Dumre nach Pokhara war unspektakulaer, genauso wie Pokhara selbst wie ich auf den ersten Einduck finde. Viele Touris und Tourifaenger. Ich werde mich jetzt auf den Weg zu meinem Yoga Retreat machen und mich die kommenden drei Tage dort verkruemeln, vielleicht ja zur inneren Mitte finden:)
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Letzter Tag.... erstmal
Heute kehre ich dem Krankenhaus also ersteinmal fuer ein paar Tage den Ruecken, um ein wenig das wunderschoene Nepal zu bereisen.
Die letzten beiden Tage waren spannend. Die OP des "Falxmeningeoms" (ein gutartiger Tumor, der im vorderen, oberen Teil des Gehirns waechst, mein Schatz) verlief gut, und dem Patienten geht's gut, obwohl ich tatsaechlich assistiert habe. Fuer den kritischen Part kam aber der Consultant dazu.
Heute war O.P.D., quasi Sprechstundenzeit mit einem Neugeborenen mit einer Enzephalozele, die groesser als der Kopf des Babys war, ein Mann mit einem Guillain-Barre-Syndorm, ein Maedchen mit einem grossen parietalen Ependymom und viele mehr.
Das Maechen hat wegen der nur in einem privaten Krankenhaus Kathmandus erhaeltlichen und teuren Strahlentherapie leider sehr schlechte Karten. Sie hatte bereits eine OP, das post-OP MRI zeigte aber wieder eine riesigem blumkohlartigen (das steht tatsaechlich nicht nur in den Buechern so) Tumor. Dies ist nur eines der taeglichen Beispiele dafuer, wie grausam es ist, wenn wie in Nepal, Geld ueber Leben entscheidet. Vorgestern ist ein Patient verstorben, der zugegeben eh keine gute Chancen hatte, weil sich die Familie nicht leisten konnte, die Medikamente fuer die Wiederbelebung und vorallem das sich daran anschliessende ICU-Bett weiter zu bezahlen. Ich find in solchen Momenten den Vergleich mit daheim, wo so haeufig fast schon zu viel getan wird, um jeden Patienten am Leben zu erhalten, unglaublich frappierend.
Die letzten beiden Tage waren spannend. Die OP des "Falxmeningeoms" (ein gutartiger Tumor, der im vorderen, oberen Teil des Gehirns waechst, mein Schatz) verlief gut, und dem Patienten geht's gut, obwohl ich tatsaechlich assistiert habe. Fuer den kritischen Part kam aber der Consultant dazu.
Heute war O.P.D., quasi Sprechstundenzeit mit einem Neugeborenen mit einer Enzephalozele, die groesser als der Kopf des Babys war, ein Mann mit einem Guillain-Barre-Syndorm, ein Maedchen mit einem grossen parietalen Ependymom und viele mehr.
Das Maechen hat wegen der nur in einem privaten Krankenhaus Kathmandus erhaeltlichen und teuren Strahlentherapie leider sehr schlechte Karten. Sie hatte bereits eine OP, das post-OP MRI zeigte aber wieder eine riesigem blumkohlartigen (das steht tatsaechlich nicht nur in den Buechern so) Tumor. Dies ist nur eines der taeglichen Beispiele dafuer, wie grausam es ist, wenn wie in Nepal, Geld ueber Leben entscheidet. Vorgestern ist ein Patient verstorben, der zugegeben eh keine gute Chancen hatte, weil sich die Familie nicht leisten konnte, die Medikamente fuer die Wiederbelebung und vorallem das sich daran anschliessende ICU-Bett weiter zu bezahlen. Ich find in solchen Momenten den Vergleich mit daheim, wo so haeufig fast schon zu viel getan wird, um jeden Patienten am Leben zu erhalten, unglaublich frappierend.
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Kurzer Eintrag bevor der Strom ausgeht
....ja, heute ist es, glaub ich, 19.00Uhr so weit, dass der Strom in unserem Viertel fuer 2,5 Stunden abgeschlatet wird. Es gibt einen festen Plan, der in der Zeitung veroeffentlicht wird. Dort kann man nachschauen, wann an welchem Wochentag in welchem Bezirk diesen Monat das "light off" geht, wie es meine Familie nennt.
In den letzten Tagen streife ich wie ganz zu Beginn wieder durch Kathmandu, besichtige Tempel und geh shoppen. Heute war ich nochmal beim "Monkeytempel", Swayambunath. Da ist's zu schoen, und wohl die einzige Stelle Katmandus, von der man "himal", Schnee-bedeckte Berge sehen kann.
Morgen werde ich den groessten hinduistischen Tempel Nepals Pashupatinath anschauen fahren, von woher staendig Rauch aufsteigt, wegen der direkt vor dem Tempel stattfindenden traditionellen Feuerbestattungen, die einige besch... Touris, von denen es hier wieder viel zu viele gibt, auch noch kraeftig Fotos machen.
Ich hab mir so ein straffes Touriprogramm gesetzt, weil trauriger Weise meine Zeit hier sich dem Ende neigt. Kommende Woche werde ich mir eine Woche Urlaub goennen, und in den letzten Tagen wird es genug zu erledigen geben, inklusive der ueberfaelligen Momo-Party mit meiner Familie, auf die ich mich schon sehr freue.
Im Krankenhaus, derzeit auf der Neurochirurgie, bleibt es weiterhin spannend. Heute gab's eine Lehrvisite der neurologischen und neurochirugischen Unit. Dadurch lernte ich zufaellig den Vizechef der medizinischen Fakultaet kennenlernte, der drei Jahre seiner Facharztausbildung in Frankfurt verbracht hat. Ich konnte von ihm sehr interessante Fakten ueber die Japanische Enzephalitis und Malaria in Nepal erfahren und wurde im Anschluss auch noch zum Lunch eingeladen.
Morgen steht grosse OP mit Exzision eines Falxmeningeoms an, und der Resident hat mir heut Angst gemacht, indem er meinte, es koennen gut sein, dass unser Consultant morgen keine Lust hat, und ich ihm assistieren muss. Ich wuerde meine erste Hirntumor-OP lieber mit einem Meter Abstand beobachten.
So, Licht ist noch an. Ich werde mich jetzt aber doch mal nach Hause begeben, und der Mamu meine vorhin erstandenen Gemuese ueberreichen. Vielleicht kocht sie die ja gleich noch heute Abend.
In den letzten Tagen streife ich wie ganz zu Beginn wieder durch Kathmandu, besichtige Tempel und geh shoppen. Heute war ich nochmal beim "Monkeytempel", Swayambunath. Da ist's zu schoen, und wohl die einzige Stelle Katmandus, von der man "himal", Schnee-bedeckte Berge sehen kann.
Morgen werde ich den groessten hinduistischen Tempel Nepals Pashupatinath anschauen fahren, von woher staendig Rauch aufsteigt, wegen der direkt vor dem Tempel stattfindenden traditionellen Feuerbestattungen, die einige besch... Touris, von denen es hier wieder viel zu viele gibt, auch noch kraeftig Fotos machen.
Ich hab mir so ein straffes Touriprogramm gesetzt, weil trauriger Weise meine Zeit hier sich dem Ende neigt. Kommende Woche werde ich mir eine Woche Urlaub goennen, und in den letzten Tagen wird es genug zu erledigen geben, inklusive der ueberfaelligen Momo-Party mit meiner Familie, auf die ich mich schon sehr freue.
Im Krankenhaus, derzeit auf der Neurochirurgie, bleibt es weiterhin spannend. Heute gab's eine Lehrvisite der neurologischen und neurochirugischen Unit. Dadurch lernte ich zufaellig den Vizechef der medizinischen Fakultaet kennenlernte, der drei Jahre seiner Facharztausbildung in Frankfurt verbracht hat. Ich konnte von ihm sehr interessante Fakten ueber die Japanische Enzephalitis und Malaria in Nepal erfahren und wurde im Anschluss auch noch zum Lunch eingeladen.
Morgen steht grosse OP mit Exzision eines Falxmeningeoms an, und der Resident hat mir heut Angst gemacht, indem er meinte, es koennen gut sein, dass unser Consultant morgen keine Lust hat, und ich ihm assistieren muss. Ich wuerde meine erste Hirntumor-OP lieber mit einem Meter Abstand beobachten.
So, Licht ist noch an. Ich werde mich jetzt aber doch mal nach Hause begeben, und der Mamu meine vorhin erstandenen Gemuese ueberreichen. Vielleicht kocht sie die ja gleich noch heute Abend.
Dienstag, 20. Oktober 2009
Back again in Kathmandu
After four weeks of being fortunate to have gotten around the big variety of health threats, a rhino-virus finally grabbed me and holds me tight. Definitely preferring this one to a bad diarrhea-bacteria I still consider myself strangely unfortunate to have caught a cold with 25 degrees Celsius average temperature in Kathmandu. On the other hand maybe not so much remembering my last cold had its start on the officially hottest day of the year in Berlin.
Unser Wochenendeausflug war natuerlich dennoch eine gute Idee. Und es war toll mal wieder zu wandern, auch wenn der Hals schon ordentlich kratzte. Von der Dachterrasse in Panauti Hotel konnten wir am Sonntag Abend wunderbar das erleuchtete Panauti sehen, denn es war Tihaar, nach Dashain das zweitgroesste Festival in Nepal, auch Lichterfest genannt.
Am ersten Tag wird die Kraehe geehrt, denn die Kraehe bringt Nachrichten des Todes. Am zweiten Tag wird der Hund geehrt, denn er ist ein anderer Bote des Todes. Hunden werden Girlanden aus Marygold um den Hals gehaengt und Tikas auf die Stirn gemalt. Am dritten Tag wird zunaechst die Kuh geehrt, aehnlich wie der Hund und abends wird die Goettin des Wohlstandes Lakshmi ins Haus geladen. Man putzt das Haus bis es blinkt, dekoriert es mit Blumen und Lichtern und malt eine Spur auf den Boden, typischer Weise mit Lehm, um der Goettin den Weg zu zeigen. Vor der Haustuer wird ein Muster mit herrlich leuchtendem Farbstaub gemalt, um die Goettin anzulocken. Dann wird wohl alles Geld im Hause auf einen Tisch gepackt und gehofft, die Goettin wuerde es vermehren. Am letzten Tag gehen die nepalesischen Brueder ihre Schwestern besuchen, empfangen eine siebenfarbige Tika und jede Menge nettes Essen, muessen dafuer aber Geschenke bringen. Die typisch nepalesischen aus Milch und Zucker gemachten Suessigkeiten sind waehrend des gesamten Festivals essentiell und so verwandelten sich Ende letzter Woche komplette Laede inclusive meines Lieblingscafes in Suessigkeitenlaeden.
Ausserdem sind Knaller, Raketen etc. besonders an den letzten zwei Tagen des Festivals schwer im Trend. Das Problem ist nur, dass hier das ganze Billigzeug aus China gekauft wird, von dem 50% eh nicht explodiert. Dazu kommt, dass eigentlich nur Kinder, unbeaufsichtigte Kinder mit dem Knallzeug spielen. Gefaehrliche Mischung, wie man sich vorstellen kann und ich bin froh, dass ich hier grad nicht auf der Paediatrie arbeite. Ich hab genug schlimme Stories gehoert in den letzten Tagen.
Leider habe ich weiterhin arge Probleme mit meiner Kamera und kann deshalb keine Fotos hochladen. Ich hab das Gefuehl, es koennte am Kabel liegen. Vielleicht kann ich das Problem also bald loesen.
Unser Wochenendeausflug war natuerlich dennoch eine gute Idee. Und es war toll mal wieder zu wandern, auch wenn der Hals schon ordentlich kratzte. Von der Dachterrasse in Panauti Hotel konnten wir am Sonntag Abend wunderbar das erleuchtete Panauti sehen, denn es war Tihaar, nach Dashain das zweitgroesste Festival in Nepal, auch Lichterfest genannt.
Am ersten Tag wird die Kraehe geehrt, denn die Kraehe bringt Nachrichten des Todes. Am zweiten Tag wird der Hund geehrt, denn er ist ein anderer Bote des Todes. Hunden werden Girlanden aus Marygold um den Hals gehaengt und Tikas auf die Stirn gemalt. Am dritten Tag wird zunaechst die Kuh geehrt, aehnlich wie der Hund und abends wird die Goettin des Wohlstandes Lakshmi ins Haus geladen. Man putzt das Haus bis es blinkt, dekoriert es mit Blumen und Lichtern und malt eine Spur auf den Boden, typischer Weise mit Lehm, um der Goettin den Weg zu zeigen. Vor der Haustuer wird ein Muster mit herrlich leuchtendem Farbstaub gemalt, um die Goettin anzulocken. Dann wird wohl alles Geld im Hause auf einen Tisch gepackt und gehofft, die Goettin wuerde es vermehren. Am letzten Tag gehen die nepalesischen Brueder ihre Schwestern besuchen, empfangen eine siebenfarbige Tika und jede Menge nettes Essen, muessen dafuer aber Geschenke bringen. Die typisch nepalesischen aus Milch und Zucker gemachten Suessigkeiten sind waehrend des gesamten Festivals essentiell und so verwandelten sich Ende letzter Woche komplette Laede inclusive meines Lieblingscafes in Suessigkeitenlaeden.
Ausserdem sind Knaller, Raketen etc. besonders an den letzten zwei Tagen des Festivals schwer im Trend. Das Problem ist nur, dass hier das ganze Billigzeug aus China gekauft wird, von dem 50% eh nicht explodiert. Dazu kommt, dass eigentlich nur Kinder, unbeaufsichtigte Kinder mit dem Knallzeug spielen. Gefaehrliche Mischung, wie man sich vorstellen kann und ich bin froh, dass ich hier grad nicht auf der Paediatrie arbeite. Ich hab genug schlimme Stories gehoert in den letzten Tagen.
Leider habe ich weiterhin arge Probleme mit meiner Kamera und kann deshalb keine Fotos hochladen. Ich hab das Gefuehl, es koennte am Kabel liegen. Vielleicht kann ich das Problem also bald loesen.
Samstag, 10. Oktober 2009
Living in family
Meine erste Woche nepalesisches Familienleben geht heut zu Ende. Es war eine tolle Woche. Meine Familie besteht aus Santa (Mamu), Saurosh (Baba), Samantha (Nanu) und Saurub, der jedoch selten da ist, da er grad fuer seine Bachelorpruefung lernt.
Wir leben in einem Haus noerdlich des T.U.T.H. und noch noerdlicher vom Touridistrikt Thamel. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie es mich anstrengt, in Thamel zu wohnen, doch jetzt merke ich, wie mich schon wenige Stunden dort furchtbar nerven und missmutig stimmen. Das Angequatschtwerden, der dichte Verkehr, der Staub, die peinlichen Touris…. Es hat natuerlich auch gute Seiten: viele nette Cafes, Restaurants, Shoppingmoeglichkeiten…. Hier oben in Basundhara herum zu laufen, ist jedenfalls viel entspannter. Und auch hier gibt es viele Menschen auf der Strasse und Shopping und Cafes nur alles ohne Touris und nicht fuer Touris gemacht. In dem Café, in dem ich mich oft hinsetze um einen supersuessen Milchtee “chiyaa” zu trinken, treten den Jungs mittlerweile keine Schweisperlen mehr auf die Stirn, wenn ich den Laden betrete. Sie sprechen naemlich kaum Englisch, mittlerweile hab ich gelernt, auf Nepali zu bestellen.
Heute war bei uns Familienfeier angesagt. Saurosh’s maennlicher Familienanhang trifft sich alle zwei Monate und dann wird gekocht (die Frauen), geschwatzt, gegessen und Whiskey (fuer die Maenner plus Claudi) und Rotwein (fuer die Frauen) getrunken. Klingt, glaub ich, grad alles viel machistischer als es am Ende ablaeuft. Ich fand’s total nett, gemeinsam auf dem Kuechenboden zu sitzen und massenhaft Gemuese zu schnippeln. Die Maenner steckten immer wieder die Koepfe herein und schnappelten Rettisch, Gurken etc. Ich muss mir einige der “Nachmittagssnacks” von heute unbedingt nochmal zeigen lassen. Unglaublich, was die Nepali aus Gemuese rausholen, selbst fuer mich eingefleischten Vegetarier. Fotos beim naechsten Mal.
Wir leben in einem Haus noerdlich des T.U.T.H. und noch noerdlicher vom Touridistrikt Thamel. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie es mich anstrengt, in Thamel zu wohnen, doch jetzt merke ich, wie mich schon wenige Stunden dort furchtbar nerven und missmutig stimmen. Das Angequatschtwerden, der dichte Verkehr, der Staub, die peinlichen Touris…. Es hat natuerlich auch gute Seiten: viele nette Cafes, Restaurants, Shoppingmoeglichkeiten…. Hier oben in Basundhara herum zu laufen, ist jedenfalls viel entspannter. Und auch hier gibt es viele Menschen auf der Strasse und Shopping und Cafes nur alles ohne Touris und nicht fuer Touris gemacht. In dem Café, in dem ich mich oft hinsetze um einen supersuessen Milchtee “chiyaa” zu trinken, treten den Jungs mittlerweile keine Schweisperlen mehr auf die Stirn, wenn ich den Laden betrete. Sie sprechen naemlich kaum Englisch, mittlerweile hab ich gelernt, auf Nepali zu bestellen.
Heute war bei uns Familienfeier angesagt. Saurosh’s maennlicher Familienanhang trifft sich alle zwei Monate und dann wird gekocht (die Frauen), geschwatzt, gegessen und Whiskey (fuer die Maenner plus Claudi) und Rotwein (fuer die Frauen) getrunken. Klingt, glaub ich, grad alles viel machistischer als es am Ende ablaeuft. Ich fand’s total nett, gemeinsam auf dem Kuechenboden zu sitzen und massenhaft Gemuese zu schnippeln. Die Maenner steckten immer wieder die Koepfe herein und schnappelten Rettisch, Gurken etc. Ich muss mir einige der “Nachmittagssnacks” von heute unbedingt nochmal zeigen lassen. Unglaublich, was die Nepali aus Gemuese rausholen, selbst fuer mich eingefleischten Vegetarier. Fotos beim naechsten Mal.
Samstag, 3. Oktober 2009
Rund um Dashain Teil II







Wir verbrachten drei Naechte in dem wunderschoen an einem reissenden Fluss gelegenen "New Family Guest House". Am ersten Tag marschierten wir ein paar kurze drei Kilometer rauf nach Kodari, einem unspektakulaeren Ort, direkt an der tibetischen Grenze. Dort postierten wir uns auf der "Friendship Bridge", Auge in Auge mit chinesischen Soldaten an einer dicken roten Linie in der Mitte der Bruecke. Fotos waren leider strengstens untersagt, ein Bild von weit weg, auf dem die graue Freundschaftsbruecke gut zu erkennen ist, findet ihr oben.
Am kommenden Tag machten wir uns auf den Weg zum atemberaubenden 160m-Bungee Jump im "Last Resort". Nach 12km teilweise steilsten Krackselns bei sengender Sonne war im "Last Resort" jedoch alles dicht wegen Dashain. Dafuer gab's ein leckeres dem europaeischen Touri sehr mundendes Sandwich, und der Blick von der Bruecke, von der die Jumper sich herunterstuerzen war fuer mich persoenlich voellig ausreichend.
Am Dienstag, den 30.09. mussten wir uns dann wieder auf den Heimweg machen. Wir waren schlau genug, die Menschenmassen, die nach den Haupttagen des Festivals zurueck nach Kathmandu stuermen wuerden, zu antizipieren und nahmen den Bus um 6.45Uhr. Doch auch das half nix, Fruehaufsteher wie die Nepali nun mal sind und ungeachtet der Tatsache, dass der Bus ja auch erst in Kodari losgefahren sein konnte, gab es schon keine Sitzplaetze mehr. Ich hatte grosses Glueck, ein netter Nepali erkundigte sich, wie weit wir fahren wuerden und als er hoerte bis Kathmandu, ueberreichte er mir das Maedchen, was auf seinem Schoss sass, und ueberliess mir den Platz. Ich fand mich neben einer kraeftigen tibetisch anmutenden Nepalesin und ihrer ein wenig Englisch sprechenden suessen Tochter wieder. Auf der sechsstuendigen Busfahrt kam ausserdem noch ein kleiner Junge in unseren Zweiersitz. Ja ouch!!!
Ein anderer Zwischenfall auf der Reise zeigt, wie ich finde, wunderbar die freundliche Art der Nepalesen: Ein anderer Junge hatte nach den ersten 35km seine zum Fruehstueck verputzten Instantnudeln ueber drei Reihen des Busses erbrochen. Am Anfang waren ein paar Leute darueber veraergert, uebrigens nicht der junge buddhistische Moench, der direkt vor mir stand. Im Laufe von Minuten jedoch wurde ueber den Zwischenfall nur noch Witze gerissen und herzlich gelacht. Bei einem Stop kippte jemand zwei Ladungen Sand auf das Erbrochene und wir fuhren geruchsfrei weiter. So sind sie die Nepali.
Jetzt noch zu den Bildern, mit denen es diesmal hoffentlich klappen wird (auf jeden Fall ein bisschen durcheinander):
1. Die tibetische Grenze bei Kodari mit "Friendship Bridge".
2. Ein Blick nach vorn vom Busdach auf der Fahrt von Dhulikel nach Barabise.
3. Eine lustige alte Frau, der wir auf der Strecke von Nagarkot nach Nala ueber den Weg liefen, und die sich von mir fotografieren liess bei der typisch nepalesischen Art schwere Lasten zu tragen.
4. Daneben ebenfalls auf dem Weg nach Nala, Kinder, die sich unbedingt fotografieren lassen wollten, wenn's schon keine Schokolade gab.
5. Unsere kleine Reisegruppe: Ole, Sandra, Sarah.
6. Das Wolkenmeer ueber dem Nala-Tal vom Balkon des Green Valley Guest Houses.
7. Huegel mit Reisterrassen auf dem Weg nach Nala. Toll, oder?!?
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